| Kenndaten | Leistungen | Zum Flugzeugtyp allgemein | Technische Beschreibung |
| Hersteller: | Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans CH |
| Baumuster | Pilatus P-2/05 |
| Baujahr: | 1948 |
| Erstflug: | Erstflug P2 (HB-GAB): 27.4.1945 HB-RAV: |
| Bauart: | Rumpf: Leichtmetalkonstruktion Flügel: Zweiholmige Holzkonstruktion Leitwerk: Freitragende Metallkonstruktion |
| Abmessungen: | Spannweite 11,00 m Länge 9,07 m Höhe 2.70 m |
| Gewichte: | Leergewicht: 1380 kg Fluggewicht: 1800 kg |
| Triebwerk: | 12 Zylinder-V-Motor Argus
As-410-A2, luftgekühlt Startleistung auf Meereshöhe: 465 PS Nennleistung auf 2000 M.ü.M.: 370 PS Hubraum 12 lt. Automatische Regelung von Aufladung, Gemischbildung, Zündzeitpunktverstellung und Vergaservorwärmung resp. Vergaserenteisung. Der Motor wurde von den tschechischen Walter Werken in Lizenz gebaut. |
| Propeller: | Zweiblatt-Verstellpropeller Argus
L22 Durchmesser: 2,59 m |
| Tankkapazität | 225 Liter in 3 Tanks |
| Bemerkungen | Hydraulisch nach innen einziehbares
Fahrwerk ausgerüstet mit hydraulischen Bremsen. Automatische Propeller-Verstellung im Bereich von 22 bis 52 Grad durch eine frei im Luftstrom drehende Turbine. |
| Reisefluggeschwindigkeit : | 265 km/h |
| Max. Horizonztalfluggeschwindigkeit: | 320 km/h |
| Minimalgeschwindigkeit: | 120 km/h |
| Dienstgipfelhöhe: | 6600 m MSL |
| Steigleistung: | 7,5 m/sec |
| Treibstoffverbrauch: | |
| Max. Flugdauer mit Reisegeschwindigkeit: | |
| Reichweite: | |
| Startlänge: | 230 m |
| Landelänge: | 157 m |
Zum Flugzeugtyp allgemein: (zum Anfang)
Georg E. Bührle und Antoine Gazda gründeten 1939
die Pilatus Flugzeugwerke in Stans. Sie waren der Überzeugung die Schweiz
müsse im Flugzeugbau unabhängig und selbstständig sein.
Als zweite eigene Konstruktion der Pilatus-Flugzeugwerke
wurde während des Krieges die P-2 auf eigenes Risiko entwickelt. Ziel war es, ein
modernes Trainingsflugzeug zu entwerfen und zu bauen.
Bei der Konstruktion musste in grossem Masse Rücksicht auf vorhandene Bauteile
genommen werden (Kosteneinsparungen und Beschleunigung der Produktion). Zahlreiche
Bordinstrumente stammten von den verschrotteten C3604 und D-3802 A, während das gesamte
Fahrwerk inklusive Bremsen und das Heckrad von der Messerschmitt Bf109 übernommen wurde.
Das Hauptfahrwerk wurde umgedreht, so dass es bei der P-2 nach innen eingefahren wird.
Weitere Teile die von der Bf109 verwendet wurden: Höhenruder- und Landeklappenantriebe,
Hydraulikpumpe, div. Instrumente.
Der Erstflug fand am 27.4.1945 mit dem Kennzeichen HB-GAB und dem Piloten Horst
Siegfried im Cockpit statt (nebenbei: Kenner der Szene
behaupteten die Immatrikulation stünde für Herr Bührle Gab
Alle Batzen). Im Oktober 1945 wurde das Flugzeug dann als A-101 an die
Fliegertruppe abgegeben.
Bei der P-2/02 handelte es sich um eine Bruchzelle für statische Versuche am Boden.
Die Versuchsweise gebauten Versionen 03 (Schulflugzeug) und 04 (Trainer) erhielten einen wassergekühlten Motor des Typs Hispano Suiza HS 12 Mb 57 von 500 PS der ursprünglich in der Dewoitine D27 seinen Dienst versehen hatte. Offenbar war man von der Lieferbarkeit der tschechischen Argus Triebwerke nach dem Krieg nicht überzeugt und suchte nach einem Ersatzmotor. Die Besonderheiten des Hispano Motors, der von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Lizenz gebaut wurde, bedingten diverse konstruktive Änderungen: Unter dem hinteren Rumpfabschnitt wurde ein Kühler montiert, zudem erforderten die Antriebe von Hydraulikpumpe, Generator und Propellerregler ein Zwischengetriebe. Als Propeller kam ein von Escher-Wyss entwickelter Constant-Speed-Verstellpropeller zum Einsatz. Die Trainer Version P2/04 erhielt ein über dem Motor angeordnetes Maschinengewehr, Bombenrecke unter dem Flügel und ein auf einer beweglichen Lafette gelagertes Maschinengewehr. Die beiden Flugzeuge gingen 1947 bzw. 1948 als A-102 (P2/03) respektive U-101 (P2/04) an die Flugwaffe.
Dem Prototyp P2/01 (später als A-101 bzw. U-101 im Dienst) folgte 1946 ein erster Serienauftrag für 26 Flugzeuge mit der Bezeichnung P-2/05 für die Schweizer Flugwaffe. Diese erste Serienausführung P-2/05 war ursprünglich als Schulflugzeug ausgerüstet und hatte weder Funk noch Bewaffnung. Diese ersten 26 Flugzeuge trugen die Kennzeichen A-103 bis A-128 bzw. nach 1965 U-103 bis U-128.
Eine zweite Serie P-2/06 wurde von 1948 bis 1950 gebaut. Diese Version P-2/06 diente ursprünglich als Übungsflugzeug und war mit einem in der Flügelwurzel angeordneten Maschinengewehr und vier Stationen für Übungsbomben unter dem Flügel ausgerüstet. Diese Maschinen hatten bis 1965 die Kennzeichen U-103 bis U-128. Die nach 1965 noch Verbliebenen (drei Maschinen dieser Serie gingen in den fünfziger Jahren durch Unfälle verloren) erhielten bei der Umnumerierung der ersten Serie die Nummern U-132 bis U-157.
Mit der Zeit wurden die beiden Versionen jedoch weitgehend einander angeglichen. So wurden die P-2 1965 mit einer vollständigen Instrumentenflugausrüstung versehen und die Kennzeichen wurden auch für die erste Serie auf U- (Übungsflugzeug) geändert. Dabei wurden die Kennzeichen bei allen Flugzeugen geändert indem mit der Numerierung bei der A-103, Werknummer 23 neu begonnen wurde. Mit der Nummer U-103 waren also zwei Flugzeuge 'unterwegs': bis 1965 die P2/06 mit Werknummer 49, nach 1965 die P2/05 mit Werknummer 23.
Die P-2 sollte die angehenden Militär-Piloten nach der Ausbildungsphase auf dem Bücker Jungmann mit den Charakteristiken der damaligen Frontflugzeuge vertraut machen. Die Einweisung in die Bedienung von Verstellpropeller, Einziehfahrwerk und Landeklappen erfolgte auf dem P-2. Der nächste Schritt in der Pilotenausbilung war dann die Ausbildung auf dem einsitzigen Kampfflugzeug.
Übersicht der Typen und Kennzeichen:
| P-2/01: | HB-GAB später A-101/U101 |
Prototyp |
| P-2/02: | Bruchzelle für statische Versuche am Boden | |
| P-2/03: | A-102 | Versuchsversion mit altem Hispano-Suiza Motor |
| P-2/04: | U-101/U131 | Versuchsversion mit altem Hispano-Suiza Motor |
| P-2/05: | A-103 bis A-128 später U-103 bis U-128 |
Schulflugzeuge ursprünglich ohne Funk und Bewaffnung |
| P-2/06: | U-102 bis U-127 später U-132 bis U-157 |
Übungsflugzeuge mit Bewaffnung |
1981 wurden 23 P2 anlässlich einer Versteigerung an interessierte Privatpersonen und Vereine veräussert. Eine Liste der heute noch in der Schweiz fliegenden P2 kann unter der entsprechenden Rubrik unserer Seite gefunden werden.
Quellenverweise: Veterano, Cockpit 4/66, Cockpit 4/71, Cockpit 6/86,
Technische Beschreibung: (zum Anfang)
Der zweiholmige Holzflügel war mit acht Bolzen an der Rumpfunterseite angeschlossen. Die beiden Kastenholme bestanden aus Spruce und Holz von Juratannen, während die Vollwandrippen aus Sperrholz aufgebaut waren. Als Beplankung diente Dreifach-Lamellenholz, das mit den Holmen und Rippen verleimt und verschraubt war. Der ganze Flügel war zudem mit Stoff überzogen und mit einem Farbanstrich versehen ("Bückergelb" bei den P-2/03/05 und Silber bei den P-2/04/06). Das Flügelnasen-Mittelstück bestand aus einer blechbeplankten Leichtmetalkonstruktion, die mit dem Holzteil verschraubt war. Die Querruder und Landeklappen waren ebenfalls aus Holz aufgebaut, und mit Stoff bespannt (Querruder) bzw. mit Sperrholz beplankt.
Der Rumpf war grundsätzlich als rechteckiger Leichtmetallkasten aufgebaut, dessen Seitenwände mit Blech beplankt waren. Zur Abrundung dienten oben und unten leichte Verschalungen. Das Leitwerk war als Ganzmetallkonstruktion ausgelegt, die Ruder wurden mit Stoff bespannt. Zwischen den Flügelholmen befanden sich im Flügelmittelstück drei Treibstofftanks mit einem Fassungsvermögen von total 225 Litern.
Der Argus Propeller wurde aus Pressholz gefertigt.
Lebenslauf der HB-RAV: (zum Anfang)
Die HB-RAV wurde mit Werknummer 47 als letztes Flugzeug der ersten Serie hergestellt und am 28.7.1948 der Fliegertruppe abgeliefert. Bis 1965 trug sie das Kennzeichen A-128, nach der Umnumerierung U-128. Anlässlich der Versteigerung 1981 hat die Fluggruppe Veterano die U-128 gekauft. Anfang neunziger Jahre wurde sie von Max Vogelsang und Peter Zweifel revidiert und erhielt den Original-Anstrich der Schulungsflugzeuge: der Flügel wurde Bückergelb gespritzt, die Hoheitszeichen auf dem Flügel wurden in Form des roten Bandes (wie Bücker) aufgebracht, der Rumpf blieb Aluminium (farblos), das Seitenruder wurde ebenfalls rot gespritzt und mit dem Schweizer Kreuz versehen.
Im Sommer 2000 führte ein schwerer Motorenschaden, verbunden mit Holzschäden (Wassereintritt) im Bereich der Querruder, zu grundsätzlichen Diskussionen über den weiteren Betrieb der P-2 in der Veterano. Bedenken bezüglich des Motorenmaterials und der damit verbundenen, sehr wahrscheinlichen, finanziellen Konsequenzen liessen uns nach einem Käufer für die HB-RAV umsehen. Dieser wurde in der Person von Bernhard Bühler aus Beinwil am See gefunden. Gemäss seinen Aussagen soll die P-2 wieder flugtüchtig gemacht werden.